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Buchcover: Eulenspiegels große Reise – 96 Streiche in Wort und Bild
Geschichten & Klassiker

Eulenspiegels große Reise – 96 Streiche in Wort und Bild

Originaltexte & Nacherzählung, 194 Bilder

Till Eulenspiegel ist frech, schlau und immer für einen Streich zu haben. In fast 100 Streichen und Abenteuern treibt der berühmteste Narr Deutschlands sein schelmisches Spiel mit Handwerkern, Geistlichen und anderen Zeitgenossen. Die Geschichten sind für Kinder ab 9 Jahren neu erzählt und farbig illustriert. Originaltexte und Bilder im Stil alter Holzschnitte ergänzen den Klassiker – zum Lachen, Staunen und Entdecken.

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Ab 6 Jahren977 SeitenGeschichten & Klassiker

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Für Schule & Unterricht

Deutsch; Klasse 3 bis 4

Kinderliteratur; literarische Figuren und Handlungen; historische Texte; Redewendungen und Sprichwörter; Buchvorstellung

Arbeitsblätter und Unterrichtsanregungen sind geplant.

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Till Eulenspiegel war frech, schlau – und manchmal sogar ein bisschen gemein.

Aber immer hatte er eine gute Idee im Kopf und ein schelmisches Grinsen im Gesicht. Ob er einem Papst einen Streich spielt, einem Schmied die Werkstatt durcheinanderbringt oder mit einem Apfel voller Fliegen einen frechen Holländer austrickst – bei Till Eulenspiegel ist kein Tag langweilig.

In diesem farbig illustrierten Kinderbuch findest du fast 100 Streiche und Abenteuer des berühmtesten Narren Deutschlands – witzig, frech und liebevoll für Kinder ab 9 Jahren nacherzählt und illustriert.

Dazu gibt es die Originaltexte und passende Bilder im Stil alter Holzschnitte – für kleine und große Leser, die mit Till lachen und staunen wollen.

Ein Klassiker der deutschen Literatur – frisch erzählt für eine neue Generation!

Blick ins Buch

Illustrationen geben einen ersten Eindruck von diesem Buch.

Leseprobe

29. Eulenspiegel und der kluge Esel

Nach seinen frechen Streichen in Prag zog Till Eulenspiegel weiter nach Erfurt, einer Stadt mit einer großen Universität – voller Professoren, Studenten und schlauer Bücher.

Doch in Erfurt hatte man schon von seinem Ruf gehört.

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„Dieser Eulenspiegel trickst selbst die klügsten Köpfe aus!“, flüsterten sich die Gelehrten zu. Also beschlossen sie, ihn mit einem besonderen Test hereinzulegen: „Wenn er so ein großer Lehrer ist“, sagten sie, „dann soll er doch mal einen Esel lesen lehren!“

Eulenspiegel hörte sich das an, kratzte sich am Kopf und sagte grinsend: „Na gut. Ich brauche nur zwanzig Jahre – dann kann der Esel lesen.“

Die Professoren waren verblüfft, aber sie unterschrieben den Vertrag.

Eulenspiegel bekam viel Geld im Voraus und einen jungen Esel dazu.

Er brachte den Esel in eine gemütliche Stallkammer, legte ein altes Buch – einen Psalter – in die Futterkrippe und versteckte zwischen den Seiten Haferkörner.

Der Esel schnupperte, schob mit der Schnauze die Seiten um und fraß genüsslich den Hafer. Wenn er kein Körnchen mehr fand, schrie er: „I-A! I-A!“

Ein paar Tage später holte Eulenspiegel den Rektor: „Wollt Ihr sehen, was mein Schüler schon gelernt hat?“

Der Rektor kam mit ein paar Professoren mit.

Eulenspiegel hatte den Esel den ganzen Tag hungern lassen. Dann legte er ihm wieder das Buch vor, diesmal ohne Hafer.

Der Esel blätterte mit der Schnauze wild im Buch – und als er nichts zu fressen fand, schrie er laut: „I-A! I-A!“

Eulenspiegel verneigte sich tief: „Seht Ihr? Die Vokale I und A kann er schon ganz wunderbar! In zwanzig Jahren wird das ein gelehrter Herr!“

Die Professoren waren sprachlos – aber was sollten sie sagen? Der Vertrag lief – und sie hatten das Geld schon gezahlt.

Doch bald darauf starb der Rektor.

Und Eulenspiegel? Der nahm das restliche Geld, verließ die Stadt und lachte: „Einen Esel zum Gelehrten machen? Nein danke – in Erfurt gibt’s schon genug!“

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